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Nur noch wenige freie Plätze gab es bei der jüngsten Bürgerversammlung im Gastraum des Lülsfelder Gemeinschaftshauses. Bürgermeister Wolfgang Anger eröffnete die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die letzten zwölf Monate. In 11 Gemeinderatssitzungen gab es 56 Tagesordnungspunkte im öffentlichen Teil und 39 im nicht öffentlichen Teil. Unter den Highlights hob der Bürgermeister den Abriss der Schallfelder Schule hervor. Nachdem ein weiterer wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich gewesen sei, hatten sich die Räte schweren Herzens für den Abriss entschieden. Aktuell liefen die Planungen für die weitere Nutzung des Geländes. An den vier Ferienspaßaktionen Umweltstation Reichelsdorf, Erste-Hilfe-Kurs, Stadtführung Gerolzhofen und Verkehrsübung nahmen durchschnittlich 16 Kinder teil. Um Bauflächen für potenzielle Neubürger zu schaffen beschloss der Gemeinderat eine Erweiterung der beiden Baugebiete in den Ortsteilen. Um zukunftssicher zu sein sei geplant die Bauplätze mit schnellem Internet, also konkret mit Glasfaserkabeln zu erschließen. Die demnächst anstehenden Gehwegsanierungen würden ebenso genutzt um die „alte Technik“ zu ersetzen. Bereits im April soll Baubeginn sein.

Zur Sicherstellung der Bereitschaft der beiden Feuerwehren unterstütze die Gemeinde die beiden Vereine bei der Anschaffung je eines Mannschaftsbusses. Anger hob die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden der Feuerwehrmänner beim Bau des benötigten Stellplatzes hervor.

Er nutzte die Gelegenheit auch dazu zum wiederholten Mal darauf hinzuweisen, dass Grünabfall nicht auf dem Häckselplatz entsorgt werden dürfe. Einige Nachbargemeinden hätten bereits ihre Häckselplätze geschlossen.

Anschließend stellte das Ratsoberhaupt den Haushalt vor. Für den Verwaltungshaushalt, also die laufenden Ausgaben, seien 1,275 Millionen Euro geplant was in etwa dem Vorjahreswert entspräche. Der Vermögenshaushalt, der die Investitionen umfasst, läge mit etwa 1,425 Millionen Euro über dem Vorjahreswert der bei einer Million lag.

Auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushalts seien die größten Posten die Einkommensteuer mit 420.700 Euro und Schlüsselzuweisungen in Höhe von 217.200 Euro. Auf der Ausgabenseite schlägt die Kreisumlage mit 273.900 Euro, Zuführungen zum Vermögenshaushalt mit 200.000 Euro sowie der Kindergarten- beziehungsweise Übungsleiterzuschuss mit 194.200 Euro besonders zu buche.

Als größte Investitionen im Vermögenshaushalt seien unter anderem die Erschließung des Neubaugebiets in Lülsfeld mit 420.000 Euro für den Kanal, Wasser und Straße, sowie Gehwegsanierungen in beiden Ortsteilen mit zusammen 284.000 Euro geplant. Der Bürgermeister schloss den finanziellen Rückblick mit dem Hinweis auf die pro Kopf Verschuldung in Höhe von 239,41 Euro ab. Dieser Wert sei bei vergleichbaren Gemeinden im Schnitt zirka doppelt so hoch.

Nach einer kurzen Pause rief Anger die Bürger auf ihre Fragen zu stellen. Martin Stöcker erkundigte sich nach den Modalitäten bei der Vergabe und Kündigung von Garten-Pachtverträgen . Der Bürgermeister wies ihn auf die jeweils abgeschlossenen Verträge hin. Die Bedingungen seien dort explizit aufgeführt.

Ewald Weisenseel wollte wissen, ob zukünftige Bauherren verpflichtet seien die von der ÜZ Lülsfeld im neuen Baugebiet installierten Kalt - Wärmeversorgung zu übernehmen. Anger bejahte dies und verwies auf Nachfrage von Werner Laufer dazu auf die positiven Erfahrungen in Nachbargemeinden mit dieser Technik. Helmut Terwart wies auf eine seiner Meinung nach unfallträchtige Kreuzung in der Siedlung hin. Der Zaun eines Anwohners sei inzwischen so gewachsen, dass eine vernünftige Einsicht der Autofahrer nicht mehr gegeben sei. Anger versprach dies bei der nächsten Verkehrsschau mit der Polizei anzusprechen. Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Bürgermeister Anger seinen Kollegen im Gemeinderat, dem Team des Bauhofs und allen ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde.